Wenn sich Bauherren heute mit dem ökologischen Hausbau beschäftigen, kommen sie um die Hanfpflanze nicht herum. Der Rohstoff ist inzwischen in einigen kompakten und praktischen Formen zu bekommen.
Frankenwaldhanf, vor allem für CBD-Produkte bekannt, ist stolz darauf, dass einige Projekte auch mit unserem Rohstoff verwirklicht wurden.
Hanf als Baustoff reflektiert, dämmt und speichert Wärme, reguliert Akustik und Luftfeuchtigkeit, ist nicht brennbar, CO2-negativ und zu 100% kompostierbar, ionisiert die Luft, unterbindet Schimmel und ist widerstandsfähig gegen Nagetiere und Ungeziefer.
Ein interessantes Projekt ist eine Hanfsauna vom Hanfingenieur Henrik Pauly für die Kristall Palm Beach. Hier wurde Hanf als Baustoff konsequent eingesetzt – auch von unseren Feldern.
Beim Trockenbau sind die Hanffasern besonders nützlich. Hier sind mit Trockenbauplatten und Dämmwolle aus Hanf relativ schnell Wände zur Raumtrennung hochgezogen. Ebenso können Trockenbauwände an bereits stehenden Außenwänden mithilfe von Hanffasern aufgebaut werden. Durch die Dämmung werden die Unebenheiten ausgeglichen. Ebenso können nicht rechtwinklige Wände damit gedämmt werden, ohne das Material extra zuschneiden zu müssen.

Die unterschiedlichen Mischungen aus Hanf-Lehm eignen sich auch zur Schallschüttung für eine neue Fußbodenheizung. Wenn Heizungsarmaturen oder Kessel isoliert werden sollen, kann Hanffaser-Dämmwolle besonders wirkungsvoll sein. Bei Baumaßnahmen erfreuen sich Ziegel, Beton und Lehm aus dem umweltfreundlichen Hanf sehr großer Beliebtheit.
Beim Ausbau des Dachbodens erfolgt eine Dämmung nur von innen. Damit die Hanf-Dämmwolle benutzt werden kann, muss vor den anzubringenden Platten die Sparschalung angebracht werden. Erst dann platziert man die Hanf-Dämmwolle zwischen Sparren und der Sparschalung.

Am Ende muss man auf einen großen Luftabschluss achten. Abdichtungen sind zum Beispiel mit Lehmbau- und Holzweichfaserplatten machbar. Bei einer äußeren Dachdämmung muss innen mindestens die Sparschalung schon da sein, um das nach innen fallen der Dämmung zu verhindern. Die Hanfdämmung muss unbedingt vor Wasser geschützt werden.
Zum Dämmen einer Geschossdecke wird eine Hanf-Lehm-Schallschüttung nach und nach auf der Oberfläche glatt verteilt und mit einem Stampfer verdichtet. Auf diese Weise wird die Decke wärme- und schallisoliert.
An der Fassade wird eine Unterkonstruktion gehängt und die Sparschalung befestigt. Hier wird die Wolle zum Dämmen zwischen die Sparschalung geschoben. Die Dämmung der Wand geschieht durch eine nur halb trockene Dämmschüttung aus Hanf-Lehm.

Dazu montiert man ebenfalls eine Unterkonstruktion an dem Mauerwerk oder die Befestigung als freier Ständer. Die Mischung wird Schicht für Schicht hinter den Putzträger gegossen.
Eine Wanddämmung kann man auch mit dieser erdfeuchten Stampflehmwand fertigen. Die Hanf-Lehm-Mischung wird Lage für Lage aufgetragen. Die Schalbretter werden dann nach der Trocknung einzeln entfernt.
Sie baut man mithilfe von Hanf-Dämmwolle als Zwischenwand zur Trennung von Räumen auf. Hierbei werden senkrechte Ständer an den gegenüber liegenden Geschossdecken befestigt. Zusätzlich quer auf beiden Seiten eine Sparschalung fixiert. Anschließend auf der einen Seite Trockenbauplatten montiert und die Dämmwolle aus Hanf in die Sparschalung geschoben. Die zweite Seite wird danach mit Trockenbauplatten geschlossen.

Bei einer Fußbodendämmung sind die Arbeitsgänge ähnlich wie bei der Deckendämmung. Es wird hier aber noch mit einer Feuchtesperre gearbeitet. Sie ist etwa 4 Millimeter dick und wird auf dem Untergrund aufgetragen. So wird die Feuchtigkeit ferngehalten.
Der Rohstoff Hanf bietet viele Möglichkeiten für weitere Baumaßnahmen. Aus den gleichen Fasern wird auch Hanfpapier hergestellt. Welche Herausforderungen die fehlende Verarbeitungsinfrastruktur mit sich bringt, zeigt unser Artikel zu Bayerns Hanfstroh-Problem.